Käse-Igel - ein Rezept?
Nun hörte ich kürzlich: Was - bitte - ist ein Käse-Igel?
Es wird sich doch wohl noch irgend jemand außer mir an diesen unerhört kreativen, lustigen Party-Igel erinnern, der damals - vor gefühlten unendlich vielen Jahren - auf jeder Feier und zu jedem erdenklichen Anlass das Buffet zierte?
Vermutlich zumindest die “Insider”, die so eine gewisse Altersgrenze überschritten haben, denn die Statistik verrät mir, dass gelegentlich nach Käseigeln gesucht wird.
Gibt es dafür ein Rezept?
Na ja, nicht direkt, denn man muss den Igel nicht kochen, backen oder braten, eher eine Anleitung, und die ist denkbar kurz und einfach:
Man nehme einen Kohlkopf, halbiere ihn, umwickle ihn ordentlich mit Alufolie (Glanz nach außen) und plaziere ihn - mit der flachen Seite natürlich nach unten - auf einem adäquaten Untergrund.
Weiterhin greift man nun zu sogenannten Party-Piekern (-Pickern/-Pieksern), spießt schlicht und ergreifend jeweils Käsewürfel (die Sorte ist total egal) plus wahlweise Olive, den Inhalt eines Glases Mixed-Pickles (sauer eingelegtes Gemüse von Gürkchen bis Blumenkohl), Ananas, Weintraube, Mandarine, Melone, Cocktail-Tomaten oder welches Obst und Gemüse auch immer auf die Pieker.
Diese werden sodann in den Weißkohl gesteckt, und wenn man fleißig gearbeitet hat, wird der halbe Kohlkopf auf diese Weise mit etwas Phantasie zum Igel-Körper, dessen Stacheln aus besagten Käse-Spießchen bestehen.
Um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, was die Optik eines Igels angeht, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, und wer ein wenig einfallsreich vorgeht, kann das Ganze auf jeden Fall bis zur Perfektion ausarbeiten.
Soweit zu Muttis Original aus vergangenen Zeiten.
Wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, gibt es zudem unglaublich schmucke Hilfs-Igel aus Plastik oder Metall oder so, zuletzt gesehen als Party Igel bei ebay, selbstverständlich stammen diese ebenso zumeist aus den 70ern. Damit kann man sich auf jeden Fall das lästige Weißkohlkaufen, -umwickeln und vor allem -verschwenden ersparen, da vermutlich die wenigsten den Kohl nach der Plünderung noch verzehren möchten.
Wer also alt genug ist und eine Retro-Party veranstalten möchte, für den ist der Party-Käse-Igel einfach ein Muss.
Wer nicht alt genug ist für die lebhafte Erinnerung an diese kulinarisch unerhört kreative Zeit, dem sei gesagt, der Käse-Igel erlebt gerade sein Comeback.
Also, nix wie ran.