Käse-Igel, Falscher Hase, Russisch Ei und Kalter Hund
All das habe ich aus meinem Gedächtnis gekramt, um zum 40. Geburtstag die Renner der 60er und 70er Jahre auf den Tisch zu bringen.
Ehrlich, in den letzten 25 Jahren habe ich so gut wie keine dieser seinerzeit so unverzichtbaren Party-Renner gegessen, geschweige denn zubereitet.
Umso erfreuter waren die Gäste, denen es vermutlich ebenso ergangen ist.
Wer jetzt verzweifelt anfängt, in seinen Erinnerungen zu kramen, dem sei die Anstrengung erspart, und der nächsten Retro-Party steht mit diesen Klassikern nichts mehr im Weg:
Der Käse Igel ist ein Muss, daneben die Pumpernickel-Ecken, Russischen Eier und Fliegenpilze.
Weiterhin nicht zu vergessen die mit Fleischsalat gefüllten Tomaten, die leckeren Schinkenröllchen mit Mayo und Dosenspargel.
Höhepunkt sind selbstverständlich Falscher Hase mit hartgekochtem Ei und Ragout fin in der Königinpastete.
Dazu als Beilagen Nudelsalat und Kartoffelsalat, klassisch nach Mutters Rezept hergestellt, und all das hübsch dekoriert mit Petersilie.
Eine Riesenschüssel Mixed Pickles rundet das Bild ab.
Die Krönung sind die Nachspeisen Kalter Hund, Wackelpudding und Frankfurter Kranz.
Leider konnten wir die damals so beliebte Majala-Traumcreme nicht mehr in den Supermarkt-Regalen finden, daher sind wir alternativ auf Aranca Orange umgestiegen, was aber nur als mäßiger Ersatz durchging.
Bevorzugtes Getränk muss natürlich die Bowle mit Cocktailfrüchten aus der Dose sein, neben Eierlikör und Jägermeister.
Zur Freude der anwesenden Kinder habe ich Curlywurly (Leckerschmecker), Ahoi-Brause in allen Variationen, Esspapier, Mr.-Tom-Erdnussriegel und Banjo aufgetrieben.
Nicht nur bei mir selbst, auch bei verschiedenen anderen Gästen verursachte dieses Essen einschlägige Erinnerungen an die Kindheit:
Angefangen bei der gehassten Erbswurst und den sauren Nierchen über Fernsehsendungen wie Pan Tau und Barbapapas bis zu den Yps-Heften.
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Am 1. November 2007 um 12:21 Uhr
Vor vier Wochen hatten wir Frauen Versammlung und wir schwelgten in Erinnerungen. Mir fiel ein, daß wenn wir früher mit den Eltern mal Essen gegangen sind, es entweder Kartoffelslat mit Bockwürstchen oder Russisch Ei gab. Auch die gefüllten Tomaten kamen uns in den Sinn.Findet man heute natürlich auf keiner Speisenkarte. Russisch Ei fand ich als Kind auch voll ekelig. Nun haben wir Frauen im Dezember Weihnachtsfeier, jeder bringt etwas zu Essen mit. Als Überraschung werde ich Russisch Ei kredenzen. Habe dann bestimmt die Lacher auf meiner Seite. Muß nur noch im Internet nach einem geeigneten Rezept suchen. Oder hast du ein genießbares? LG Doro
Am 2. November 2007 um 14:08 Uhr
Ich kann das gut nachvollziehen, dass du als Kind die Russischen Eier voll eklig fandest, das ging mir nämlich auch so. Ich vermute, es lag ganz einfach daran, dass sie häufig mit Sardellen(!!)-Streifen belegt waren.
Bei uns zu Hause gab es in der Regel aber die Variante mit Seelachsersatz-Schnitzeln (dieses grauenhaft orange gefärbte, ölig-fischige Zeug)oder falschem Kaviar.
Heute habe ich meine Mutter noch einmal befragt und bekam zur Antwort: “Was unbedingt rein musste, war Maggi. Maggi war immer gut.”
Das Rezept für die Russischen Eier, so wie sie meine Mutter plus Maggi auch zubereitet hat, stammt aus dem Dr.-Oetker-Schulkochbuch von 1960 (sie hat die Original-Ausgabe), das ist jetzt hier hinterlegt.