
Jeglicher Objektivität entrückt verzaubert so manche/r immer wieder neu durch bemerkenswert subjektiv arrangierte Betrachtungsweisen von Realitäten.
Selbstverständlich ist jedem/r das Recht auf den Versuch individueller Zurechtrückung verschiedenster Tatsächlichkeiten zugestanden.
Wo kämen wir letztlich hin, wenn nicht mehr die freie Auffassungsbildung und -äußerung legal wäre? Allemal, wenn sie noch dazu auf rechtsseitig eingeholtem Rat fußt.
Nichtsdestoweniger verbleibt mancher Versuch der befremdend anmutenden Sachverhaltsauslegung glücklicherweise bereits recht früh im Ansatz desselben.
Andere einzigartig eigenwillige Sichtweisen hingegen vermögen sich erst spät zur rechten Perspektive zu wenden. Richtiggehend beharrlich verweigern sich diese individuell verrückten Realitätsbetrachtungen jeglicher Objektivierung.
Stete Geduld und unerschütterlicher Optimismus im Verein mit nimmermüdem, wohlwollendem Verständnis sind hier die ratsamsten Mittel, den verwegenen Versuchen der ganz speziellen persönlichen Tatsachendeutung den Weg zur Bewusstseinserhellung zu ebnen.
Denn niemandem darf die Chance auf Erkenntnis verwehrt bleiben.
Jede/r kann sich doch schließlich mal versprechen, verlesen, verschreiben, verhören, versehen, vergessen, verzählen oder verrechnen oder so. Das ist unbestreitbar total legitim und kommt eben vor.
Früher oder später verzeihen Gott und die Welt all jene Irrungen, die mitunter im Überschwang der Emotionen eine leicht bis mittelschwer nebulöse Wahrnehmung verursachten.
Wir sind doch alle menschlich. Und bleiben es. Jedenfalls die meisten.
Warum mir ausgerechnet jetzt aktuell diese Geschichte wieder in den Sinn kommt, weiß ich - ganz ehrlich - nicht.
Vorgetragen wurde sie mir im letzten Jahr und ich möchte sie auf keinen Fall allen anderen, außer denen, die sie schon kennen - also z.B. Gaby, Anita, Sabine, Renate, Olaf, Hermann, Claudia, Suse, Wilma, Conni, Inge-Wolfgang und so… - vorenthalten, denn sie ist unbedingt lesenswert.
Und ganz wichtig:
Wie auch bei der anderen Geschichte - der von der fleißigen Ameise - können Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und Begebenheiten vorkommen, sind aber auf jeden Fall rein zufällig.
Jetzt kommt auch endlich die Geschichte:
Ein Mann in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren.
Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft: “Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen, und ich weiß nicht, wo ich bin.“
Die Frau am Boden antwortet: “Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 m Höhe über Grund. Sie befinden sich auf dem 49. Grad, 28 Minuten und 11 Sekunden nördlicher Breite und 8. Grad, 28 Minuten und 58 Sekunden östlicher Länge.”
“Sie müssen Ingenieurin sein.” sagt der Ballonfahrer.
“Bin ich.” antwortet die Frau, “Woher wissen Sie das?”
“Nun,” sagt der Ballonfahrer, “alles, was sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.”
Die Frau antwortet: “Sie müssen im Management tätig sein.”
“Ja,” antwortet der Ballonfahrer, “aber woher wissen Sie das?”
“Nun,” sagt die Frau, “Sie wissen weder wo Sie sind noch wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie nun in der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber merkwürdigerweise bin ich jetzt irgendwie schuld.”
Was uns diese Geschichte nun sagen will?
Keine Ahnung, von heißer Luft verstehe ich persönlich nichts.